meine “nische”


neulich habe ich gelesen, dass es für einen fotografen von vorteil ist, wenn er eine nische für sich entdeckt und sich darauf spezialisiert, anstatt die ganze palette von neugeborenen-, über familien-, hochzeit-, paar-, akt- und bis hin zur food- und produktfotografie alles anzubieten.

da stellt sich mir natürlich die frage, was ist meine „nische“? ohne gross darüber nachdenken zu müssen, gibt es für mich auf diese frage eine ganz klare antwort; meine nische ist, wofür mein herz schlägt: frauen zu zeigen wie wunderschön und einzigartig sie sind!

wir frauen sind so exterm selbstkritisch und von der medialen welt geprägt, dass wir absolut unrealistisch hart mit uns selbst ins gericht gehen. wir können unseren ansprüchen an uns selbst unmöglich gerecht werden!

mädels, habt ihr eine ahnung wie viel photoshop bei jedem einzelnen bild in der werbung und den ganzen modezeitschriften am werk ist?! ihr müsst endlich aufhören, einem schönheitsideal nachzueifern, das es überhaupt nicht gibt! fangt an euch anzunehmen wie ihr seid und fühlt euch wohl!

ich weiss, das ist schneller gesagt als getan; auch ich stecke mitten in diesem elenden teufelskreis der selbstkritik und des vergleichens fest. oh ja, ich weiss sehr gut wie ihr euch fühlt! wisst ihr, was mir aber ab und an hilft aus diesem strudel des „nicht-genügens“ auszubrechen? wenn ich mich vor die linse stelle und mich so von aussen und im weitesten sinne durch die augen eines anderen betrachte. ich ärgere mich zwar jedes mal über die begrenzten möglichkeiten des „sich-selbst-fotografierens“, aber die bilder zeigen mir immer ein „ich“, das ich normalerweise so gar nicht im spiegel sehe. meine krumme nase stört irgendwie doch nicht so sehr, mein bauch ist nicht zu dick und auch mein busen ist plötzlich nicht mehr zu klein; ich sehe nur noch eine frau, die sich sehen lassen kann. wow, was für ein gefühl!

ob ich das mit einem einfachen portrait-shooting erreiche? ich denke teils ja! aber sind wir ehrlich, sehr viele unserer unzulänglichkeiten und problemzonen verstecken sich doch unter unserer kleidung. hier, kommt dann die boudoir-fotografie ins spiel. sicher stellen sich einige von euch die frage, ob ich meine models bei dieser art der fotografie nicht irgendwo zum sexobjekt degradiere. meine antwort ist ein ganz klares „NEiN“; denn genau darum geht es dabei nicht! für mich ist es total egal, ob der mann, für den die bilder vielleicht als geschenk gedacht waren, diese toll findet; (obwohl es natürlich ein toller nebeneffekt ist.) das grösste für mich ist zu sehen, wie eine frau, die erst unsicher vor mir steht und mir erklärt was alles an ihrem körper nicht stimmt, nach dem shooting mit neuem selbstwertgefühl aus meinem studio spaziert; (nicht zu vergessen, das ganze vor der bearbeitung!). das versetzt mich regelmässig wieder in wahre hochgefühle!

oops, meine euphorie hat mich abschweifen lassen; eigentlich ging es hier nicht im detail um boudoir, sondern um meine nische. nicht dass ihr mich jetzt falsch versteht, wenn ich über „meine nische“ rede, heisst das für mich nicht, dass ich keine anderen aufträge mehr annehme. ich werde weiterhin babys, familien, paare und hochzeiten fotografieren. aber mein herz schlägt definitiv am meisten für frauenportraits und boudoirfotografie; da will ich hin! ich wünsche mir, dass jede meiner kundinnen durch meine augen ihre eigene schönheit entdecken kann!

see it – feel it – enjoy it

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